Marktbericht
Stand: 03.11.2026 • 10:15 Uhr
Die Sorge vor einer erneuten Eskalation im Nahen Osten drückt auf die Stimmung der Anleger. Und vor den US-Zwischenwahlen herrscht ohnehin Nervosität. Der DAX fällt zum Handelsstart weiter zurück.
Der deutsche Leitindex sinkt im frühen Handel um ein Prozent auf 25.710 Punkte. Er rutscht damit unter sein Vortagestief und entfernt sich weiter von der Marke von 26.000 Punkten. Zu Wochenbeginn war der DAX noch 0,6 Prozent höher bei 25.981 Punkten aus dem Handel gegangen.
Neben den US-Zwischenwahlen rückt die Lage im Nahen Osten wieder in den Fokus: Das US-Militär hat Medienberichten zufolge erneut Ziele im Iran angegriffen. "Die Lage im Iran eskaliert erneut", schrieb der Marktbeobachter Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. "Die USA und der Iran greifen sich gegenseitig an." Noch sei relativ wenig bekannt, aber an den Börsen sei bereits das klassische Muster eines steigenden Ölpreises und fallender Aktienkurse zu sehen.
Die Märkte hätten gerade begonnen, einen diplomatischeren Kurs einzupreisen, nun sei die Stimmung wieder gekippt, sagte Tim Waterer, Chefmarktanalyst bei KCM Trade.
US-Zwischenwahlen bestimmen den Handelstag
Das Thema des Tages sind aber die Zwischenwahlen. Hier entscheidet sich, ob die Demokraten der Republikanischen Partei von Präsident Donald Trump die Kontrolle über den Kongress entreißen können. Umfragen deuten darauf hin, dass die Demokraten das Repräsentantenhaus gewinnen, während der Ausgang im Senat unklarer ist.
Viele Investoren fürchten, dass die USA nach den Wahlen einen Großangriff auf Iran planen, mit schlimmen Folgen für den Rohstoffmarkt und die Weltkonjunktur. Allerdings antwortete Trump jüngst auf die Frage von Reportern, ob er einen Angriff auf Iran nach den Zwischenwahlen in Betracht ziehe, mit "Nein". Er glaube zudem, dass Iran eine Einigung erzielen wolle und dass eine solche Vereinbarung auch "zustande kommen könnte".
Apples Ausblick enttäuscht
Auch die Bilanzsaison bleibt ein wesentlicher Faktor für Kursbewegungen. Geht die KI-Wette auf? Das ist eine der Fragen, die die Anleger derzeit am meisten umtreiben. Deshalb achten sie besonders auf die Ergebnisse der US-Tech-Konzerne. Am Montag nach US-Börsenschluss ließ sich Apple in die Bücher schauen.
Die Anleger bekamen Licht und Schatten zu sehen. Der iPhone-Umsatz und die gesamten Konzernerlöse erreichten zwar Rekordwerte für ein September-Quartal. Unter dem Strich blieben mehr als 30 Milliarden Dollar hängen. Aber an der Börse werden nun mal vor allem die Erwartungen für die Zukunft gehandelt: Die Anleger reagierten enttäuscht auf die Prognose für das laufende Quartal.
Lufthansa senkt Gewinnziel
Am deutschen Aktienmarkt lassen sich ebenfalls viele Unternehmen in die Bücher schauen. Heute waren unter anderem Lufthansa und Bayer an der Reihe. Die stark steigenden Treibstoffkosten bremsen zwar das Wachstum der Fluglinie. Dennoch verdiente Lufthansa mehr als erwartet.
Dank erhöhter Ticketpreise und einem brummenden Frachtgeschäft stieg der Gewinn auf 1,3 Milliarden Euro. Das sind 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Vorstand dämpft die Gewinnprognose für 2026 erneut. So soll der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) statt 1,7 bis 2,2 Milliarden nur noch 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro erreichen.
Bei Bayer treibt die Pharmasparte das Wachstum an. Der Konzernumsatz kletterte um gut vier Prozent auf über zehn Milliarden Euro. Unter dem Strich verbuchte Bayer aber einen Verlust von rund 670 Millionen. Vor einem Jahr hatte das Minus aber noch bei fast einer Milliarde Euro gelegen. Der Konzern schraubt die Jahresziele hoch.
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