Stand: 09.10.2026 • 14:34 Uhr
Die Deutsche Bahn kommt bei ihrer Generalsanierung langsamer voran als gedacht. In den kommenden fünf Jahren sollen erheblich weniger Hauptstrecken saniert werden als bisher geplant.
Bis 2031 sollen nur noch 13 statt wie bislang geplant 21 Strecken der Deutschen Bahn umfassend modernisiert werden. Das teilten der Konzern und das Bundesverkehrsministerium heute mit. Dies solle die enormen Bauvolumina verlässlicher machen und die knappen Kapazitäten im Netz sowie bei der Bauindustrie berücksichtigen.
"Die Idee der Korridorsanierungen ist richtig", sagte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger. "In der Vergangenheit hat die Umsetzung jedoch zu oft nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht."
Künftig müsse der Bahnbetrieb nach Sanierungen spürbar verlässlicher und pünktlicher werden. "Dafür konzentrieren wir uns auf weniger Korridore, setzen klarere Vorgaben für die Digitalisierung und verlangen eine bessere Planung der Bauvorhaben sowie der Umleitungsverkehre für den Personen- und Güterverkehr", sagte der CDU-Politiker.
Bahn-Chefin Evelyn Palla erklärte, man habe aus den ersten Sanierungen gelernt: "Wir wollen die Sanierungen effizienter umsetzen und vor allem die Belastungen für unsere Kundinnen und Kunden während der Bauarbeiten so gering wie möglich halten."
Kern der neuen Strategie ist ein Fünf-Punkte-Plan. Dieser sieht unter anderem vor, dass Umleitungsstrecken besser vorbereitet werden sollen. Auch sollen sanierte Korridore schrittweise in Betrieb genommen werden. Zudem soll das europäische Zugsicherheitssystem ETCS zum neuen Standard werden. Bei jeder Sanierung soll die Technik künftig vorbereitet und ab Anfang der 2030er-Jahre direkt verbaut werden.
Keine der Korridor-Sanierungen wird den Angaben zufolge gestrichen. Die Projekte sollten nur zeitlich verschoben werden, hieß es. Folgende 13 Strecken sollen bis 2031 zunächst angegangen werden:
2027: - Lehrte-Berlin (läuft bereits) - Rosenheim-Salzburg - Fulda-Hanau 2028: - Köln-Koblenz - München-Rosenheim (1. Etappe) - Hagen-Unna-Hamm - Lübeck-Hamburg 2029: - Hamburg-Hannover - Würzburg-Ansbach-Treuchtlingen - Aachen-Köln 2030: - Stendal-Magdeburg - Uelzen-Stendal 2031: - Lehrte-Groß Gleidingen - München-Rosenhein (2. Etappe)
Trotz der Probleme verteidigten Bahn und Regierung das Grundprinzip der Generalsanierungen. Auf der sanierten Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim etwa fahren laut DB-Konzern Züge nun 20 Prozent pünktlicher aus dem Abschnitt heraus, als sie hineinfahren. Auf der Strecke Nürnberg-Regensburg seien die Störungen durch die Infrastruktur seit Abschluss der Arbeiten um über 90 Prozent zurückgegangen.
Auf der ICE-Strecke zwischen Hamburg und Berlin dagegen kam es auch nach der Generalsanierung zu massiven Zugverspätungen.
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