Stand: 14.05.2026 • 10:42 Uhr

Acht Monate vor der Heim-WM haben Deutschlands Handballer zwei wegweisende Tests gegen die Giganten aus Dänemark. Im Fokus steht DHB-Spielmacher und Wahl-Däne Juri Knorr - der auch nach den beiden Auftritten im Nationalteam eine ganz Reihe von Highlights vor der Brust hat.

Von Christian Hornung und Maximilian Bellinghausen

Für Knorr und die anderen Schützlinge von Bundestrainer Alfred Gislason geht es aber zunächst mal darum, eine äußerst schmerzhafte Serie zu beenden. Am Freitag (15.05.2026/19.30 Uhr) in Kopenhagen und zwei Tage später in der Kölner Arena (15.30 Uhr) tritt das DHB-Team mit der Hypothek an, gegen Dänemark bereits seit mehr als zehn Jahren keinen Sieg mehr eingefahren zu haben.

Noch recht frisch in Erinnerung ist die Niederlage im EM-Finale vom 1. Februar, als Knorr und Co. bis fünf Minuten vor Schluss in Schlagdistanz waren, dann aber noch recht deutlich mit 27:34 verloren. Gegenüber dem Olympia-Finale von Lille am 11. August 2024 war das dennoch ein Fortschritt, damals kam Deutschland nach einem grandiosen Turnier mit 26:39 unter die Räder.

Nach dem EM-Endspiel in Herning hatte Dänemarks Erfolgstrainer Nikolaj Jacobsen zur Sportschau gesagt: "Ich sehe in Deutschland sehr viele hervorragende Spieler, die noch große Jahre vor sich haben. Dieses Team wird in der nahen Zukunft unser Hauptkonkurrent sein, sie haben zuletzt den Abstand auch schon sehr verringert."

Aktuell ist Dänemark allerdings aktueller Europameister, Weltmeister und Olympiasieger, hat mit Mathias Gidsel den weltbesten Spieler, das ausgeglichenste Team und mit Emil Nielsen und Kevin Möller das weltbeste Torhüter-Duo - das allerdings auf Augenhöhe mit den Deutschen Andreas Wolff und David Späth.

Knorr, der im vergangenen Sommer von den Rhein-Neckar Löwen zu Aalborg Handbold in die dänische Liga wechselte, gibt sich angriffslustig: "Sie sind aktuell die Besten der Welt, aber natürlich ist die Hoffnung da, dass wir sie irgendwann vom Thron wieder herunterstoßen."

Für die beiden Testspiele in Kopenhagen und Köln fordert der Spielmacher, der am 9. Mai 26 Jahre alt wurde, von seinen Kollegen und sich eine "absolute Topleistung", er sagt aber auch: "Die Dänen sind schlagbar, das hat Portugal bei der EM gezeigt." Der Schlüssel bei dieser Überraschung am 21. Januar war ein extrem aggressives Tempospiel der Portugiesen, die aber auch in der Abwehr gegen Gidsel, Simon Pytlick oder Rasmus Lauge knallhart zupackten und den Dänen damit ihre Leichtigkeit nahmen.

Diese Herangehensweise wird auch für Gislason wegweisend sein, wenn er im Vorfeld der Weltmeisterschaft in Deutschland vom 13. bis 21. Januar 2027 schon mal Eindruck schinden will. "Ich denke, wir haben uns mit einer sehr jungen, sehr talentierten Mannschaft näher und näher an die Dänen herangearbeitet", sagt der Isländer, der ganz nebenbei auch noch um seine Weiterbeschäftigung nach der WM kämpft: "Ich glaube, wenn man die letzten fünf Jahre nimmt, dann ist der deutsche Handball auf Platz zwei hinter Dänemark. Es sind diese schweren Spiele, die uns am meisten nach vorn bringen, da lernen wir schneller und besser."

Für Juri Knorr geht es gleich anschließend weiter in die Vollen. Am 20. und 23. Mai wartet im Halbfinale der dänischen Meisterschaft GOG Handbold, das Aalborg auch schon in der Ligaphase alles abverlangte und am vergangenen Sonntag nur knapp mit 32:35 unterlag.

Am 13. und 14. Juni folgt dann das absolute Highlight auf Vereinsebene: Aalborg hat sich für das Final Four der Champions League qualifiziert, trifft dabei im Halbfinale auf den FC Barcelona. Im Endspiel oder im Spiel um Platz drei geht es dann gegen den SC Magdeburg oder gegen die Füchse Berlin.

Juri Knorr steht mit Aalborg im Final Four der Champions League

Sollte es Berlin werden, warten auf Knorr nicht nur seine Nationalmannschaftskollegen Lasse Ludwig, Nils Lichtlein, Matthes Langhoff und Tim Freihöfer, sondern auch die Dänen Lasse Andersson und Mathias Gidsel. Ein Ausrufezeichen an diesem Wochenende im Nationalteam könnte sich für Knorr also durchaus auch auf Klubniveau auszahlen.

Hinweis

Bei Google erscheinen neben den Suchergebnissen häufig aktuelle News-Boxen. Wer die Sportschau als bevorzugte Quelle hinterlegt, bekommt dort häufiger unabhängigen, werbefreien und hintergründigen Sportjournalismus angezeigt. Jetzt hier Sportschau als bevorzugte Quelle hinzufügen.

原文抓取与轻量化重排,仅供阅读辅助。 · 源语言:de