Das Oberste Antikorruptionsgericht in der Ukraine setzte eine Untersuchungshaft für zunächst 60 Tage an. Andrij Jermak habe aber die Möglichkeit, gegen eine Kaution von 140 Millionen Hrywnja (umgerechnet etwa 2,7 Millionen Euro) auf freiem Fuß zu bleiben, teilte der zuständige Richter in Kyjiw mit.
Offen ist, ob die finanzielle Sicherheitsleistung aufgebracht werden kann. "Ich habe nicht so viel Geld", sagte Jermak nach der Gerichtsentscheidung zu Journalisten. Sein Anwalt werde sich mit Freunden und Bekannten bemühen, die Kaution aufzubringen. Außerdem werde sein Anwaltsteam Berufung einlegen. Wir werden alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, um Gerechtigkeit und die Wahrheit zu finden", zeigte sich Jermak kämpferisch. Bereits am Dienstag hatte er nach einer Gerichtsanhörung im Onlinedienst Telegram geschrieben, der Verdacht sei unbegründet.
Die Antikorruptionsbehörden werfen ihm vor, an einem weitreichenden Netzwerk zur Veruntreuung von Geldern beteiligt gewesen zu sein. So soll er einer "organisierten Gruppe" angehört haben, die umgerechnet 8,9 Millionen Euro "über ein Luxusbauprojekt in der Nähe von Kyjiw gewaschen" habe.
Jermak galt als die zweitmächtigste Person in der Ukraine nach Präsident Wolodymyr Selenskyj. Er war von 2020 bis 2025 als Leiter des Präsidialamts der wichtigste Berater Selenskyjs. Ende November trat er zurück, nachdem das Antikorruptionsbüro einen großen Korruptionsskandal im Energiesektor aufgedeckt hatte, in den mehrere Politiker verwickelt waren.
Der ehemalige Filmproduzent und Anwalt für Unterhaltungsrecht war zudem der führende Unterhändler Kyjiws bei den von den USA unterstützten Friedensgesprächen mit Russland.
Korruption ist seit langer Zeit ein Problem in der Ukraine. Ihre Bekämpfung gilt als wichtige Voraussetzung für einen Beitritt des Landes zur Europäischen Union.
haz/se (rtr, dpa, afp)
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