Stand: 14.05.2026 • 19:40 Uhr
Ausgerechnet im Saisonfinale fehlt Fortuna Düsseldorf Topscorer Cedric Itten. Der Schweizer glaubt trotzdem an den Klassenerhalt.
Von Lukas Thiele
Es ist eine komische Trainingswoche für Cedric Itten. Am Sonntag steht für Fortuna Düsseldorf am letzten Zweitliga-Spieltag bei der SpVgg Greuther Fürth (15.30 Uhr) ein immens wichtiges Spiel um den Klassenerhalt an - und Fortunas Stürmer weiß jetzt schon, dass er nicht dabei sein wird. Itten ist aufgrund seiner fünften Gelben Karte zum Zuschauen verdammt.
Fortuna ist aktuell Tabellen-15., könnte aber noch auf den Relegationsrang abrutschen. Ittens Saison ist daher vielleicht noch gar nicht beendet, also ist Spannung hochhalten angesagt. Für Itten bedeutet das sogar Extratraining: "Es kann der Fall eintreten, dass wir noch länger spielen. Und manchmal hast Du ein bisschen mehr Zeit, wenn Du am Wochenende nicht spielst. Und die versuche ich jetzt persönlich für mich zu nutzen", sagte Itten am Donnerstag im Gespräch mit dem WDR.
Dabei ware Itten wohl lieber am Sonntag mit seinen Kollegen auf dem Rasen. Und auch seine Kollegen dürften den 29-Jährigen schmerzlich vermissen. Schließlich ist Itten in dieser Saison so etwas wie die Lebensversicherung für die Fortuna. Während die Düsseldorfer in dieser Saison straucheln, läuft es beim Schweizer.
Mit 15 Toren und drei Vorlagen in 30 Spielen gehört der Schweizer zu den besten Scorern der Liga und hofft auch auf eine WM-Teilnahme im Sommer. "Von den Scorerwerten und von der Wichtigkeit, war es eine super Saison für mich", sagte der Stürmer, der vor der Saison von den Young Boys aus Bern nach Düsseldorf kam. "Aber das Wichtigste ist für mich immer das Team. Ich bin immer froh, wenn ich mit meinen Scorern helfen kann."
Mit einen 18 Scorerpunkten war Itten in dieser Spielzeit bislang an 55 Prozent aller Fortuna-Treffer beteiligt. Das zeigt aber auch das Dilemma, denn F95 hat in 33 Spielen überhaupt erst 33 Tore geschossen. Das ist der niedrigste Wert aller Zweitligisten.
Und das ist sicherlich auch ein Grund dafür, warum die Saison für die Fortuna nicht so verlaufen ist, wie erwartet. Zu Saisonbeginn hatten die Düsseldorf um Ex-Trainer Daniel Thioune und Ex-Sportvorstand Klaus Allofs noch den Bundesliga-Aufstieg als Ziel ausgegeben. Stattdessen kämpft F95 am letzten Spieltag noch um den Klassenerhalt.
"Das Ziel war eigentlich ein anderes", sagte Itten. "Es gab viele Umstellungen, viele Veränderungen im Verein, verschiedene Trainer, auch viel Unruhe, verletzte Spieler, es ist viel zusammengekommen in diesem Jahr." Das alles solle jetzt aber keine Rolle mehr spielen: "Wichtig ist jetzt wirklich, wie wir die Saison beenden."
Und das sah bei Fortuna in den letzten Spielen wieder besser aus. Einem 3:1-Heimsieg gegen Dynamo Dresden, folgte trotz 0:1-Niederlage eine ordentlicher Auftritt auf Schalke. Richtig Rückenwind holte sich die Fortuna aber am vergangenen Wochenende beim 3:1-Sieg gegen den formstarken Aufstiegsaspiranten aus Elversberg. "Ich glaube, gerade fußballerisch war das überzeugend. Auch die Energie, die gegen Dresden schon da war, von Seiten der Spieler, aber auch von den Fans, das gibt viel Selbstvertrauen", sagte Itten.
Damit sieht er seine Mannschaft gut vorbereitet auf das Spiel in Fürth. Das verspricht wiederum, ein heißer Tanz zu werden, denn die Fürther brauchen dringend einen Sieg. Als Vorletzter mit zwei Punkten Rückstand auf den Relegationsrang müssen die Franken gewinnen, sonst steht der Abstieg in die 3. Liga fest. "Wir wissen, dass es ein heißes Spiel wird, wo wir komplett dagegenhalten müssen", sagte Itten. "Das ist eine Mannschaft, die extrem willig ist, die jeden Zweikampf sucht und gewinnen will."
Mit einem Sieg ist Fortuna gerettet. Ein Remis reicht ebenfalls – aber nur, wenn Arminia Bielefeld gegen Hertha BSC nicht gewinnt und Eintracht Braunschweig auf Schalke verliert.
Komplizierter wird es bei einer Niederlage: Holen Bielefeld und Braunschweig gleichzeitig Punkte, muss Fortuna in die Relegation. Verliert Düsseldorf mit mehr als zwei Toren Unterschied und punktet Bielefeld, droht sogar der direkte Abstieg.
Viel Rechnerei also. Damit will sich Itten aber nicht beschäftigen. Auch wenn er in Fürth auf der Tribüne sitzt, das Handy bleibt in der Tasche. "Ich bin nur bei meinem Team", sagte er. "Also wahrscheinlich werden wir das schon ein bisschen mitbekommen. Aber das Ziel ist schon, dass den kompletten Fokus auf dem Team zu haben. Aber es kann sein, dass die anderen Jungs noch ein Auge darauf haben."
Unsere Quellen:
Sendung: "Fortuna geht ohne Itten ins Saisonfinale", WDR.de, 14.05.2026, 18:59 Uhr
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