Stand: 17.10.2026 • 10:01 Uhr

Energie Cottbus hat dem 1. FC Nürnberg mit einer couragierten Leistung am achten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga einen Punkt abgetrotzt und hätte sogar gewinnen können. Der FCN verlor indes Toptorjäger Mohamed Ali Zoma.

Justin Butler erzielte am Freitagabend beim 1:1 (0:0) das Führungstor für Cottbus (55. Minute), Styopa Mkrtchyan glich für die Franken aus (79.). Cottbus steht mit neun Zählern weiter im Mittelfeld der Liga, der FCN bleibt mit 18 Punkten Tabellenzweiter.

Die erste gute Gelegenheit der Partie hatten die Gastgeber: Nach einer Ecke kam der aufgerückte King Manu links im Nürnberger Strafraum zum Abschluss, doch Jan Reichert tauchte rechtzeitig ins kurze Eck ab und verhinderte den Rückstand seiner Mannschaft (7.). Kurz darauf hätte wohl auch Reichert nicht mehr eingreifen können, als Butler zentral vor dem Kasten völlig unbedrängt nach Flanke von rechts hätte einschieben können, aber über den Ball trat.

Der Favorit schwamm in dieser Phase wie schon im ersten Durchgang zuletzt beim 4:4 gegen Wolfsburg bedenklich, immer wieder rannte die Wollitz-Elf an und nur die schwache Chancenverwertung verhinderte das überfällige 1:0.

Es dauerte bis in die 25. Minute, ehe der FCN sich mal im eigenen Angriff wirklich anmeldete: Zoma bekam seinen technisch anspruchsvollen Volley-Abschluss nach einer Flanke von Tim Janisch aber nicht richtig gedrückt und die Kugel flog ein gutes Stück über das Tor. Nach einer halben Stunde war dann aber schon Schluss für den Shootingstar der Nürnberger. Nach einem Zweikampf in der 6. Minute war Zoma auf dem linken Arm gelandet, in der 30. Minute zeigte er schließlich an: Es geht nicht weiter. Der Toptorjäger der 2. Liga verließ mit schmerzverzerrtem Gesicht den Platz - später am Abend gaben die Nürnberger bekannt, dass der Italiener sich die Schulter ausgekugelt hat. William Böving kam für ihn. "Wir müssen die Untersuchung abwarten", sagte Klose mit Blick auf einen möglicherweise längeren Ausfall.

Mohamed Ali Zoma (Nürnberg, 23) verletzt

Der FCN war trotz der Zoma-Verletzung aber mittlerweile in der Partie angekommen und hatte kurz darauf eine hochkarätige Doppelchance: Janisch traf per Flachschuss den linken Pfosten, Böving zielte vom Strafraumrand wenige Sekunden später mit einem Schlenzer knapp rechts vorbei (36.). Kurz vor der Pause hätte Lukas Michelbrink auf der anderen Seite dann doch fast noch mit einem harten Schuss das 1:0 erzielt, doch Reichert parierte den etwas zu unplatzierten Versuch souverän (45.).

Wie schon im ersten Durchgang startete Energie auch in den zweiten mit viel Schwung. Keine zwei Minuten waren gespielt, da köpfte Butler nach Flanke von links in Rücklage am Fünfmeterraum nur knapp über die Querlatte des Gästetores. Bei seiner nächsten Chance war Butler dann schließlich erfolgreich. Leonardo Bittencourt erlief einen perfekten langen Ball von Michelbrink auf der rechten Seite gegen hoch stehende Nürnberger, legte überlegt quer auf den mitgelaufenen Butler und der bugsierte die Kugel zu seinem fünften Saisontreffer über die Linie (55.).

Die Führung war durchaus verdient. Kurz darauf jubelte Butler erneut über einen Treffer nach Hereingabe von rechts, doch das vermeintliche 2:0 zählte korrekterweise wegen einer Abseitsstellung vor der Flanke nicht.

Die Gastgeber zogen sich nach ihrem Führungstor ein kleines Stück zurück und lauerten aus einer kompakten Defensive auf schnelle Umschaltmomente, von denen einer ja auch schon zum 1:0 geführt hatte. Die Nürnberger mussten ohne den individuellen Glanz von Zoma sehr hart arbeiten, um da mal eine Lücke zu finden. Beinahe wäre Piet Scobel das in der 77. und 78. Minute gelungen, doch zuerst krachte ein toller Schuss des Stürmers vom Strafraumrand an die Latte, kurz darauf parierte Marcel Lotka Scobels Kopfball spektakulär.

Doch die Nürnberger Schlussoffensive - sie hatte längst begonnen. Wie schon gegen Wolfsburg konnten die Franken im zweiten Durchgang spät in der Partie noch aufs Gaspedal drücken. Nach Flanke von rechts verlängerte Manu die Kugel unglücklich so, dass sie von Eric Porstner vor die Füße von Mkrtchyan prallte, der aus kurzer Distanz vollstreckte (79.). In den letzten Minuten waren die Gäste dann sogar dem zweiten Treffer näher als Cottbus, letztendlich ging die Punkteteilung aber in Ordnung.

"Wir haben hier ein rassiges Freitagabendspiel gesehen", meinte der Cottbuser Trainer Claus-Dieter Wollitz nach dem Spiel im Sportschau-Interview und analysierte den Ausgleichstreffer in seiner ganz eigenen Art: "Wir kriegen ein sehr dämliches Tor. Vielleicht verdient, aber dämlich wie es dann entstanden ist." Nürnbergs Coach Miroslav Klose sagte: "Ich glaube, dass es ein ausgeglichenes Spiel war. Die Energie war auf beiden Seiten da. Wir haben trotzdem immer an uns geglaubt, aber erst nach dem 1:1 haben wir so richtig angefangen, Fußball zu spielen."

Cottbus ist am Samstagmittag beim 1. FC Heidenheim zu Gast (13 Uhr). Nürnberg empfängt am Abend dann den 1. FC Kaiserslautern (20.30 Uhr).

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