Stand: 09.10.2026 • 13:24 Uhr

Die Umsätze asiatischer Online-Plattformen wie Shein in Deutschland sind stark zurückgegangen, ihre Marktanteile sind gesunken. Hintergrund ist eine neue Zollgebühr für Warensendungen aus Nicht-EU-Staaten.

Die Umsätze der asiatischen Shopping-Plattformen Shein, Temu und AliExpress sind in Deutschland im dritten Quartal regelrecht eingebrochen. Die Erlöse fielen um 35,5 Prozent schwächer aus als im Vorjahresquartal, teilte der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) mit.

Hauptgrund ist nach Verbandsangaben, dass im Juli die Zollfreigrenze für Warensendungen bis 150 Euro aus Nicht-EU-Staaten weggefallen war. Seitdem ist jede Warensendung in die EU zollpflichtig. Das bedeutet: Kleinsendungen kosten drei Euro Zoll pro Stück.

Ab November wird der Versand aus Nicht-EU-Staaten nochmal teurer: Dann wird eine Bearbeitungsgebühr von 2 Euro erhoben. Mit den Maßnahmen möchte die Politik die Einfuhr großer Mengen billiger Waren aus Drittstaaten in die EU eindämmen.

Dem BEVH geht dies dennoch nicht weit genug. "Um für fairen Wettbewerb zu sorgen, muss die EU die Marktüberwachungsbehörden stärken und bestehendes Recht durchsetzen", sagte Hauptgeschäftsführerin Alien Mulyk.

Tatsächlich sank der Marktanteil der drei größten asiatischen Plattformen im deutschen Onlinehandel von 5,3 Prozent im zweiten Quartal auf 3,1 Prozent. Der Onlinehandel in Deutschland verlor im dritten Quartal insgesamt an Schwung. Die Umsätze lagen 2,9 Prozent über dem Vorjahresquartal. Die Inflation ist dabei nicht berücksichtigt.

Zwischen April und Juni war der Markt noch um gut fünf Prozent gewachsen. Als Ursache nannte der Verband eine schlechtere Konsumstimmung.

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