Stand: 11.10.2026 • 17:37 Uhr
Noch ist vieles im Unklaren, aber die Sorge scheint groß. Offenbar hat die polnische Polizei konkrete Hinweise auf Anschlagspläne auf Regierungschef Tusk und Verteidigungsminister Kosiniak-Kamysz. Ein Mann wurde festgenommen.
Polens Polizei hat nach Angaben des Innenministeriums Hinweise auf einen möglichen geplanten Anschlag auf Regierungschef Donald Tusk und Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz erhalten. Vor diesem Hintergrund wurde ein Treffen im Terror-Abwehrzentrum des Inlandsgeheimdienstes einberufen, teilte eine Sprecherin des Innenministeriums im Onlinedienst X mit. Innenminister Marcin Kierwinski und der für Geheimdienste zuständige Minister Tomasz Siemoniak hätten Maßnahmen angeordnet.
Kierwinski teilte inzwischen mit, es habe eine Festnahme gegeben. Die Polizei habe einen Mann festgesetzt. Der Innenminister machte keine Angaben zur Identität des Mannes. Ministerpräsident Tusk schrieb auf X: "Vielen Dank an die Polizei für ihr schnelles und entschlossenes Eingreifen."
Der Sprecher des Geheimdienstkoordinators, Jacek Dobrzynski, hatte der Nachrichtenagentur PAP gesagt, die zuständigen Stellen hätten die Wahrscheinlichkeit, dass die Anschlagsdrohungen wahr gemacht würden, als sehr hoch eingeschätzt worden. "Wir nehmen das todernst." Daher habe man umgehend das Treffen anberaumt.
Nach der Sitzung sagte Dobrzyński, Informationen über die Drohung hätten zunächst den Staatsschutz erreicht, der sie anschließend an die Polizei weitergeleitet habe. Weitere Angaben zu dem mutmaßlich geplanten Anschlag machte er nicht.
Regierungssprecher Adam Szlapka hatte zuvor dem Sender TVN24 berichtet, Tusk sei am frühen Sonntagmorgen über die Erkenntnisse informiert worden. "Dieses Signal war wesentlich beunruhigender als ähnliche Signale in der Vergangenheit." Der Regierungschef arbeite derzeit normal weiter.
Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt. Das EU- und NATO-Land Polen ist ein wichtiger westlicher Verbündeter der von Russland angegriffenen Ukraine. Es fühlt sich auch selbst von Moskau bedroht und rüstet deshalb massiv auf.
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