Stand: 17.10.2026 • 18:33 Uhr
Miro Muheim hat zum zweiten Mal in Folge den Siegtreffer für den Hamburger SV erzielt. Beim 1:0 (0:0) gegen den VfB Stuttgart am 6. Spieltag der Fußball-Bundesliga traf der Schweizer mit einem spektakulären Weitschuss (88. Minute).
Schon in der Vorwoche war er beim 3:2 gegen Hoffenheim der Matchwinner gewesen mit einer Vorlage und dem entscheidenden Tor in der Nachspielzeit.
"Geil, wie ich ihn treffe, ich bin unglaublich erleichtert - einfach ein geiles Gefühl", schwärmte Muheim am Sportschau-Mikrofon. "Ich habe gesehen, dass ich Platz habe, lege ihn mir einmal vor und dann liegt er da perfekt."
Für seinen Trainer Merlin Polzin war es ein "richtig, richtig geiler Moment zum Ende des Spiels. Das ist der Volkspark, wie er lebt. Wenn du dann merkst, dass 57.000 ausrasten nach so einem traumhaften Tor, dann bedeutet uns das sehr, sehr viel, dass wir den Fans auf der Tribüne und vor den Fernsehern etwas geben konnten."
Muheim hatte mit der Schweiz die WM bestritten und deshalb verspätet mit der Saisonvorbereitung begonnen. Zudem verpasste er die ersten Saisonspiele verletzt. "Ich habe ein bisschen Zeit gebraucht, um das aufzuholen, aber im Moment fühle ich mich top", sagte Muheim. Gegen Hoffenheim wurde der 28-Jährige erstmals eingewechselt, gegen Stuttgart gab er sein Startelf-Saisondebüt.
Der gelernte Linksverteidiger begann im defensiven Mittelfeld an der Seite von Bilal Nadir, weil der HSV dort verletzungsbedingt großen Bedarf hatte. Neben Kapitän Nicolai Remberg fiel auch Sambi Lokonga mit muskulären Problemen aus.
Zudem setzt Polzin auf den Außenbahnen derzeit auf andere Spielertypen. "Es geht dort eher um Intensitäten als um das spielerische Profil, was ihn dann auszeichnet", sagte Polzin im Hinblick auf Muheim. "Er hat sich aber von Anfang an nicht beschwert, sondern hat gesagt: 'Okay, ich werde in anderer Rolle für die Mannschaft wichtig sein'."
Remberg wird mit einem Kreuzbandriss lange fehlen und erhielt Aufmunterung von seinen Teamkollegen. Alle Hamburger Spieler trugen beim Aufwärmen Shirts mit der Rückennummer 21 des 26-Jährigen.
Spieler des HSV laufen mit Trikots des verletzten Remberg ein
Der HSV hatte anfangs nach dem Motto "Safety First" gespielt und hielt so vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion in der ersten Hälfte die Null. Die verletzungsbedingten Umstellungen machten sich nicht negativ bemerkbar.
Etwas Glück war aus Sicht des HSV dabei, als Stuttgarts Ermedin Demirovic in Folge eines Fehlpasses das Außennetz traf und Deniz Undav später den Pfosten. Sein Schuss war noch leicht abgefälscht.
Auch die Hamburger waren gefährlich, als Torwart Dennis Seimen einen abgefälschten Kopfball von Sebastiaan Bornauw parieren musste. Mit dem 0:0 zur Pause konnten die Gastgeber aber zufrieden sein.
Dennis Seimen mit einer Parade
Nach der Pause spielten die Hamburger etwas mutiger und erwischten den besseren Start. Yussuf Poulsen hatte die Führung auf dem Kopf, traf aus spitzem Winkel den Außenpfosten. Kurz darauf knallte Poulsen eine Direktabnahme an die Latte.
Kurios: Stuttgarts Angelo Stiller machte seinen am Boden liegenden Torwart Seimen vehement darauf aufmerksam, dass der Ball sich nach dem Abpraller gefährlich zurück Richtung Tor senkte. Seimen sprang auf und lenkte den Ball im letzten Moment noch über die Latte - er wäre wohl wegen des Effets ins Tor gesprungen.
Aber auch der VfB hatte dicke Chancen in dieser Phase. Demirovic traf einen aussichtsreichen Kopfball nicht optimal und zerriss sich vor Frust das Trikot. Und Undav traf einen Volleyschuss fulminant, zwang Daniel Heuer Fernandez zu einer Glanztat.
Es war ein Duell auf Augenhöhe, aber nach einer Stunde flachte die Partie etwas ab. Als alles nach einem Remis aussah, kam Muheim mit seinem Traumtor. Durch den dritten Sieg in Folge sprang der Hamburger SV auf Tabellenplatz neun.
Miro Muheim (hinten) erzielt das Siegtor für den HSV
Der VfB musste nach zuletzt zwei Siegen in der Bundesliga und in der Champions League einen Rückschlag hinnehmen. Trotz 23 Torschüssen blieb er torlos und fiel auf Platz 13 zurück. "Wir waren nicht effizient genug", sagte Trainer Sebastian Hoeneß der Sportschau.
Am 7. Spieltag ist der HSV am Samstagnachmittag beim SC Paderborn zu Gast (15.30 Uhr). Der VfB hat zwei spannende Heimspiele vor der Brust: Am Dienstagabend (21 Uhr) ist Atletico Madrid in der Champions League zu Gast, am Freitagabend (20.30 Uhr) kommt Borussia Mönchengladbach zum Bundesligaduell nach Stuttgart.
Extracted and lightly reformatted for readability. · Source: de
