Stand: 11.10.2026 • 19:31 Uhr
Laut US-Präsident Trump gibt es eine "Energie-Waffenruhe" zwischen Russland und der Ukraine. Sie trete mit sofortiger Wirkung in Kraft, erklärte er auf seiner Plattform Truth Social. Eine Bestätigung aus Kiew oder Moskau liegt bislang nicht vor.
US-Präsident Donald Trump hat zum wiederholten Mal verkündet, dass die Ukraine und Russland künftig auf Angriffe auf den Energiesektor der jeweils anderen Kriegspartei verzichten wollen. Die "Energie-Waffenruhe" gelte mit sofortiger Wirkung, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. "Beide Seiten haben dem zugestimmt. Bitte halten Sie sich daran!" Weitere Details nannte er zunächst nicht.
Mit einer ähnlichen Äußerung war Trump bereits Mitte September vorgeprescht. Beide Seiten hatten ihre Angriffe danach allerdings fortgesetzt.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wusste nach eigenen Angaben im Vorfeld nichts von der durch Trump verkündeten "Energie-Waffenruhe". Er sei jedoch bereit, eine solche Vereinbarung zu akzeptieren, sollten die Russen zustimmen, sagt Selenskyj in einem Interview des US-Nachrichtenportals Axios. Die Ankündigung sei neu für ihn gewesen.
"Wenn Präsident Trump das mit Putin ausgehandelt hat - sagen Sie uns bitte, wann die Waffenruhe beginnt - wir sind bereit und werden sie akzeptieren", zitiert das Portal den ukrainischen Präsidenten.
Selenskyj teilte indes selbst auf der Plattform X mit, er habe mit dem kanadischen Premier Mark Carney, dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb und NATO-Generalsekretär Mark Rutte über den Vorstoß Trumps gesprochen.
"Die Ukraine unterstützt die Waffenruhe, es ist aber wichtig, dass auch Russland dies tut", schrieb er. "Wir warten jetzt auf die Details von der amerikanischen Seite."
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte, er begrüße den Aufruf zu einer "echten 'Energie-Waffenruhe'".
Die EU-Kommission teilte mit, Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unterstütze die Forderung Selenskyjs nach einer Waffenruhe mit Russland. Zudem werde die EU den Finanzierungsbedarf der Ukraine für das kommende Jahr erörtern und weitere Mittel für Drohnen und Raketen zur Stärkung der Luftverteidigung bereitstellen.
Trump hatte bereits Mitte September vorgeschlagen, dass die Ukraine und Russland keine Energieanlagen mehr im jeweils anderen Land mehr angreifen und behauptet, es gebe eine entsprechende Einigung zwischen beiden Ländern. Auch damals zeigte sich die Ukraine offen für den Vorschlag, Moskau ging darauf aber nicht ein.
Trumps Ankündigung erfolgt einen Tag nachdem er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj dafür verantwortlich gemacht hatte, mit Angriffen auf russische Ölraffinerien zu einer weltweiten Verknappung des Diesel beigetragen zu haben.
Tatsächlich waren zuletzt die Preise für Rohöl und Diesel nicht aufgrund der Sanktionen gegen Russland sondern infolge des Iran-Krieges massiv in die Höhe geschossen. Den hatte Trump gemeinsam mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu im Februar begonnen.
Vor Trumps Ankündigung hatte Selenskyj im Onlinedienst X erklärt, die Ukraine seit bereit, ihre Angriffe auf russische Ölraffinerien zu stoppen, "wenn Russland aufhört, unsere Energie-Infrastruktur anzugreifen".
Die Angriffe auf die Energieinfrastruktur könnten umgehend beendet werden, aber Putin wolle das nicht. Jede Deeskalation müsse auf Gegenseitigkeit beruhen und durch echte Garantien untermauert werden.
Die Ukraine hatte in den vergangenen Wochen als Reaktion auf die ständigen russischen Luftangriffe unter anderem Ölanlagen in Russland attackiert. Trump hatte dies wiederholt kritisiert.
Am Freitag hatte Trump dann eine Einigung mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verkündet, wonach Russland trotz der wegen des Ukraine-Kriegs verhängten internationalen Sanktionen Hunderttausende Tonnen Dieselkraftstoff für die USA und den Weltmarkt liefern soll.
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