Stand: 02.11.2026 • 17:21 Uhr
Bundesweit häufen sich die Fälle gefundener Fremdkörper in Halloween-Süßigkeiten. Die Polizei bittet Eltern, die gesammelten Naschereien ihrer Kinder sorgfältig zu überprüfen. Die Ermittlungen laufen.
Nach Halloween werden bundesweit immer mehr Fälle von mit spitzen Metallteilen präparierten Süßigkeiten bekannt. Der Polizei zufolge laufen deswegen Ermittlungen in Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Hessen sowie Thüringen.
Mindestens ein Kind verletzte sich: Im niedersächsischen Bremervörde biss eine Neunjährige nach Angaben der Polizei in Rotenburg auf einen mit einer mindestens fünf Zentimeter langen Stecknadel gespickten Schokoriegel, den sie eingesammelt hatte. Sie verletzte sich an der Zunge.
In München biss ein Neunjähriger auf ein mit einer Nadel manipuliertes Kaubonbon, das er von einer Sammelrunde am Samstagabend mitgebracht hatte. Er spuckte diese demnach "instinktiv" aus und blieb unverletzt.
In Essen fanden zwei Familien Nadeln in Schokoriegeln und einer Tüte mit Weingummi, wie die Polizei in der nordrhein-westfälischen Stadt am Sonntagabend mitteilte. Diese waren demnach von ihren Kindern am Halloween-Abend an Haustüren eingesammelt worden. Die Familien lebten demnach in unterschiedlichen Stadtteilen, verletzt wurde niemand, die Ermittlungen laufen.
In Hamburg erhielt eine 13-Jährige von zwei mutmaßlich jugendlichen Verkleideten einen Schokoriegel, als sie unterwegs war, um Süßigkeiten zu sammeln. Auffällig sei gewesen, wie die beiden Verkleideten dabei gelacht hätten, so die Polizei. Als das Mädchen den Riegel am Sonntag ausgepackt habe, habe es erkannt, dass dieser eine Nadel enthielt.
Auch in Mecklenburg-Vorpommern tauchten nach Halloween gefährliche Objekte in Süßigkeiten auf. In Schönberg nahe Lübeck seien am Sonntag Nadeln in Schokoriegeln gefunden worden, teilte die Polizei mit.
Im baden-württembergischen Filderstadt fanden zwei Familien mehrere Nadeln in zwei Milch-Haselnuss-Schnitten. Sie waren laut Polizei von außen nicht sichtbar - eine der Mütter hatte nach der Berichterstattung über präparierte Süßigkeiten die gesammelte Naschbeute ihrer Tochter mit einem Magneten abgesucht.
Im schleswig-holsteinischen Holm entdeckten Eltern Nägel in Kaubonbons, wie Polizei in Bad Segeberg mitteilte. Demnach fiel zunächst ein dreieinhalb Zentimeter langer Nagel in einer Süßigkeit auf, danach wurden weitere entdeckt. Auch dort liefen nun Ermittlungen wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung.
In Burg auf der schleswig-holsteinischen Insel Fehmarn fand ein Mädchen in einem durchbrochenen Schokoriegel eine drei Zentimeter lange Nähnadel. Die Elfjährige war nach Angaben der Polizei Lübeck mit einer gleichaltrigen Begleiterin unterwegs, die Eltern erstatteten Anzeigen.
In Umpferstedt bei Weimar in Thüringen wurden laut Polizei am Sonntag Tacker-Nadeln in Kaubonbons entdeckt, die zwei Kinder im Alter von elf und zwölf Jahren am Samstagabend bei Rundgängen gesammelt hatten. Auch diese blieben unverletzt. Woher die Süßigkeiten genau kamen, war noch unklar.
Niedersachsen, Hannover: In einem Schokoriegel steckt eine Nadel. Unbekannte haben nach Polizeiangaben im Stadtteil Misburg-Nord an Halloween Süßigkeiten mit Nadeln an Kinder verteilt.
Auch an mehreren Orten in Bayern hatten Eltern gefährliche Gegenstände in den Halloween-Süßigkeiten ihrer Kinder gefunden. So gab es zwei Fälle in Landshut und Adlkofen, bei denen Naschereien mit spitzen Gegenständen, Schrauben und Nadeln versehen waren. In Vilshofen an der Donau entdeckten Eltern einen Nagel in einer Knusperwaffel. In Nürnberg, Obernburg am Main und Neuburg an der Donau fanden Kinder beim Auspacken von Schokoriegeln Nadeln.
Bereits zuvor waren bundesweit mehrere ähnliche Fälle bekanntgeworden - unter anderem im Eichsfeld und in Herbsleben in Thüringen sowie in Hannover. Auch in Österreich wurden Metallobjekte in von Kindern zu Halloween gesammelten Süßigkeiten entdeckt.
Überall empfahl die Polizei Eltern, die von ihren Kindern gesammelten Süßigkeiten zu überprüfen. Bei der Kontrolle der Süßigkeiten sollte insbesondere auf mögliche Einstichstellen, beschädigte Verpackungen oder andere Auffälligkeiten geachtet werden. Auch bei äußerlich unbeschädigten Verpackungen sei Aufmerksamkeit geboten. Wer verdächtige Süßigkeiten entdeckt, sollte diese nicht verzehren, mit Verpackung aufbewahren und sich an die Polizei wenden.
Über die Hintergründe ist wenig bekannt. Die Polizei geht vielerorts davon aus, dass die Nadeln absichtlich in die Süßigkeiten gesteckt wurden. Über Täter und Motiv ist nichts bekannt. Ebenso ist offen, ob es einen Zusammenhang zwischen den Funden in den verschiedenen Regionen gibt. Einige Polizeistellen ermitteln jetzt wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung.
Auch in den vergangenen Jahren wurden in Deutschland Metallgegenstände in Halloween-Süßigkeiten gefunden. 2025 entdeckte eine Mutter in Mittelfranken einen zwei Zentimeter langen Nagel in einer Süßigkeit ihrer Tochter. Die aktuelle Häufung von Fällen im Bundesgebiet ist aber sehr auffällig. Inwieweit etwa ein Trend in Sozialen Medien dahinterstehen könnte, ist noch völlig unklar.
Extracted and lightly reformatted for readability. · Source: de
