Stand: 25.10.2026 • 08:10 Uhr

Immer wieder droht Trump ausländischen Unternehmen mit hohen Zöllen. Nun kündigte Audi den Bau seines ersten Werks in den USA an. Auf einer Wahlkampfveranstaltung durfte der US-Präsident damit auch für sich werben.

Audi hat den Bau eines Werks in den USA verkündet - und das mitten auf einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump. Der US-Präsident versprach bei seiner Rede im Bundesstaat Georgia zunächst seinen Anhängern, dass der Autohersteller dort 200.000 SUV im Jahr bauen will. Anschließend rief er Audi-Chef Gernot Döllner auf die Bühne. Döllner dankte Trump für die Unterstützung.

Der Auftritt kommt zu beachtenswerter Zeit: Bis zu den Midterms sind es weniger als zehn Tage. Am 3. November wird über die Sitze im Repräsentantenhaus und einen Teil der Sitze im Senat abgestimmt. Die Republikanische Partei Trumps will ihre hauchdünnen Mehrheiten in den beiden Kammern des US-Kongresses verteidigen.

Trump fordert seit Beginn seiner zweiten Amtszeit von ausländischen Unternehmen immer wieder, ihre Produktion in die USA zu verlagern. Dabei stellte er solchen Firmen einen Zollerlass in Aussicht. Trump will so die heimische Wirtschaft ankurbeln und Industriejobs schaffen.

In einer Audi-Mitteilung gab es weitere Details zu dem Werk. Der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen. Erstmals plane die Marke ein eigenes Werk in den USA. Rund 4.500 Jobs sollen geschaffen und rund vier Milliarden US-Dollar (rund 3,6 Milliarden Euro) investiert werden. Die Produktion soll Anfang der 2030er-Jahre starten. In dem Werk sollen Premium-SUVs gebaut werden, die gezielt auf die Anforderungen von nordamerikanischen Kundinnen und Kunden ausgerichtet werden.

Die IG Metall äußerte sich zu den Plänen grundsätzlich positiv, verband dies aber auch mit einer Mahnung. "Den US-Markt durch ein neues Werk besser zu erschließen ist richtig und notwendig", sagte die Erste Vorsitzende Christiane Benner. "Jedoch müssen verbindliche Perspektiven für die Beschäftigten an allen, gerade den hiesigen Standorten, klar definiert und festgehalten werden."

Dabei sei der Vorstand in einer Bringschuld. Benner verwies zudem darauf, die abschließende Entscheidung über einen möglichen Fabrikneubau in den USA stehe unter dem Vorbehalt der Gremienzustimmung. "Das finale Votum wird mit ganzheitlichem Blick richtiger- und wichtigerweise im Aufsichtsrat der Volkswagen AG getroffen."

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