Sollte die Taiwan-Frage schlecht gehandhabt werden, käme es zu Spannungen oder sogar einem Konflikt zwischen beiden Ländern, sagte Chinas Staatschef Xi Jinping nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Dies könnte die Beziehungen zwischen China und den USA in eine "äußerst gefährliche Lage bringen", machte er deutlich.
Xi betonte, dass der Umgang mit Taiwan die wichtigste Frage in den USA-China-Beziehungen sei. Bei guter Handhabung könne dieses Thema auch die Stabilität zwischen beiden Ländern wahren, sagte er. Ob und was US-Präsident Donald Trump auf Xis Äußerungen entgegnete, war zunächst nicht bekannt. Die USA spielen in Bezug auf Taiwan eine wichtige Rolle - unter anderem, weil sie trotz großer Kritik Pekings Taiwan mit Waffen beliefern. Der von China beanspruchte Inselstaat wird seit Jahrzehnten unabhängig und demokratisch regiert.
Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt befinden sich zudem in einem erbitterten Handelskonflikt. Gastgeber Xi sagte, er sei überzeugt, dass die gemeinsamen Interessen zwischen den USA und China größer seien als die Differenzen. "Stabile" Beziehungen zwischen den beiden Ländern seien eine Wohltat für die Welt, sagte Xi.
Nach einem Empfang mit militärischen Ehren hatte Trump Xi am Morgen ausdrücklich gelobt. Trump, der China im vergangenen Jahr noch mit horrenden Zöllen gedroht hatte, sagte zu Beginn des Gesprächs mit Xi, die USA und China hätten eine "fantastische" gemeinsame Zukunft. Der US-Präsident lobte den Gastgeber als "großartige Führungspersönlichkeit". "Manchmal mögen Leute das nicht, wenn ich das sage, aber ich sage es trotzdem, weil es wahr ist", sagte Trump weiter. "Es ist eine Ehre, Ihr Freund zu sein."
Das erste Gespräch zwischen Trump und Xi dauerte nach Angaben von US-Journalisten rund zwei Stunden. Laut chinesischen Staatsmedien traf Xi im Anschluss hochrangige Wirtschaftsvertreter aus den USA, die mit Trump nach Peking gereist waren. Xi sagte ihnen eine weitere Öffnung seines Landes zu. "Chinas Türen zur Außenwelt werden sich immer weiter öffnen", sagte Xi, wie staatliche chinesische Medien berichteten. US-Unternehmen hätten in China "noch bessere Aussichten".
Zu den Wirtschaftsvertretern, die mit Trump nach China gereist waren, zählen der Chef des Chip-Herstellers Nvidia, Jensen Huang, Apple-Chef Tim Cook und Tech-Milliardär Elon Musk, dem unter anderem der Elektroauto-Hersteller Tesla und das Raumfahrt-Unternehmen SpaceX gehören.
Trump war am Mittwochabend in Peking eingetroffen. Es ist der erste Besuch eines US-Präsidenten in China seit mehr als acht Jahren. Am Freitag kehrt Trump wieder in die USA zurück. Der geplante Gegenbesuch von Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping in den USA soll am 24. September stattfinden. Dass es einen Besuch von Xi noch in diesem Jahr geben soll, hatte die US-Seite bereits vor längerem bekanntgemacht, aber bisher noch keinen konkreten Termin genannt.
pg/se (dpa, afp, rtr)
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Das jüngste Treffen zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Peking ist von dem beiderseitigen diplomatischen Bemühen geprägt, die instabilen bilateralen Beziehungen zwischen den beiden führenden Weltmächten zu stabilisieren. Trotz dieser demonstrativen Annäherung und der Forderung nach einer konstruktiven Zusammenarbeit hat die chinesische Führung eine unmissverständliche Warnung bezüglich der Taiwan-Frage ausgesprochen. Peking betonte dabei die absolute Notwendigkeit, die Ein-China-Politik strikt einzuhalten, und wies ausdrücklich auf die extreme Gefahr eines potenziell eskalierenden militärischen Konflikts in der Region hin. Für ein globales Publikum ist dieses Gipfeltreffen von entscheidender Bedeutung, da die zukünftigen diplomatischen Vereinbarungen dieser Atommächte die weltweite geopolitische Stabilität, den internationalen Handel und die makroökonomische Sicherheit massiv beeinflussen werden.
Diese vorsichtige diplomatische Balanceaktion verdeutlicht die tiefe strategische Komplexität der modernen US-Chinesischen Beziehungen, bei der wirtschaftliche und geopolitische Interessen in einem ständigen Spannungsfeld stehen. Während die vorläufige Erholung der bilateralen Beziehungen in der kurzfristigen Betrachtung zur Beruhigung der volatilen globalen Finanzmärkte und zur Stabilisierung der internationalen Lieferketten führen dürfte, bleibt der Taiwan-Konflikt der unbestrittene geopolitische Flashpoint. Ein strategischer Misstritt Washingtons in dieser sensiblen Frage könnte unweigerlich katastrophale wirtschaftliche und militärische Konsequenzen nach sich ziehen, von denen keine der beteiligten globalen Parteien langfristig profitieren würde. In den kommenden Monaten wird es entscheidend darauf ankommen, ob die geäußerten rhetorischen Absichtserklärungen dieses Gipfels auch in konkrete, verlässliche politische Maßnahmen und tatsächliche Deeskalationsfortschritte in der Taiwan-Straße übersetzt werden.