Die Driver-Reihe vom britischen Studio Reflections galt einst als großer GTA-Konkurrent und wurde von den GTA-Machern immer wieder mit Ingame-Frotzelein bedacht.

Die GTA-Reihe gilt heutzutage als einer der unbestrittenen Könige des Gamings und bringt seinem Entwicklerstudio Rockstar vor allem mit dem erfolgreichen Onlinemodus des fünften Serienteils auch über 12 Jahre nach dessen Launch noch jährlich Hunderte Millionen Dollar ein.

Das war aber nicht immer so. Denn Anfang der 2000er Jahre hatte GTA im Genre der Gangsterspiele mit Open World noch einen hartnäckigen Konkurrenten: Die Rede ist von der Driver-Reihe des britischen Studios Reflections, das heute zu Ubisoft gehört. Vor allem die ersten drei Serienteile, erschienen in den Jahren 1999, 2000 und 2004, erfreuten sich unter Fans immenser Beliebtheit.

In der Reihe übernehmt ihr die Kontrolle über den Undercover-Polizisten John Tanner, der in Städten wie New York, Miami und San Francisco in einer offenen Spielwelt Missionen absolviert, aussteigen und jederzeit andere Autos kapern kann – fast wie bei GTA, nur von der anderen Seite des Gesetzes aus gesehen.

Die Ähnlichkeit sorgte über die Jahre für einige Seitenhiebe auf Driver seitens der GTA-Macher.

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Autoplay

In Grand Theft Auto 3 aus dem Jahr 2001 gibt es etwa eine Mission namens Two-Faced Tanner, in der ein gleichnamiges Ziel als merkwürdig animierter Undercover-Cop beschrieben wird, der außerhalb seines Autos nutzlos ist.

Die Parodie-Version von Tanner in GTA 3 sieht aus wie der Protagonist aus Driver 2 und fährt sogar ein ähnliches Auto; der NPC hat jedoch weibliche Charakter-Animationen. Damit wollten die Entwickler wohl deutlich machen, dass sie die in Driver 2 erstmals eingeführten Zu-Fuß-Passagen nicht besonders mochten. Diese wurden auch in den Rezensionen zum Spiel damals mehrfach bemängelt.

Auch im nächsten GTA, Vice City von 2002, gibt es einen Seitenhieb auf die Konkurrenz: Im Spiel findet ihr einen Bankräuber namens Dick Tanner, den Hauptfigur Tommy Vercetti ziemlich schnell kaltstellt. Das ist natürlich auch den Driver-Entwicklern bei Reflections nicht entgangen: In Driver 3 versteckten sie deshalb an mehreren Stellen einen Charakter namens Timmy Vermicelli, den ihr im Spiel insgesamt 30 Mal finden und töten könnt.

Mit Driver 3 begann allerdings der langsame Abstieg der Driver-Reihe; das Spiel sammelte vor allem aufgrund der hakeligen Steuerung und vieler Bugs schlechte Bewertungen. Entsprechend fallen auch die Ingame-Kommentare in GTA: San Andreas (2004) aus: Während der Mission Madd Dogg's Rhymes könnt ihr einen Wachmann sagen hören: Tanner, du bist ein Versager! und Wie konnte Refractions nur so sehr versagen? - ein deutlicher Seitenhieb auf das Team bei Reflections.

Im Jahr 2006, in dem auch der vierte Driver-Teil Driver: Parallel Lines erschien, wurde das Studio vom französischen Publisher Ubisoft übernommen. Danach hat sich im Driver-Universum nicht mehr viel getan.

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Zwar unternahm die Reihe mit Driver: San Francisco im Jahr 2011 noch ein letztes Aufbäumen; seitdem liegt die Reihe bei Ubisoft jedoch auf Eis. Die Konkurrenz aus dem Hause Rockstar war spätestens mit GTA 4 einfach zu mächtig geworden. Entsprechend haben auch die Ingame-Seitenhiebe auf Driver aufgehört.

Reflections selbst wurde mittlerweile zum Support-Studio degradiert und unterstützt heute vor allem andere Ubisoft-Studios bei deren Entwicklungen. Das Team war unter anderem an The Crew und mehreren Just-Dance-Titeln beteiligt. GTA ist hingegen bis heute eine der beliebtesten Spielemarken. Der kommende sechste Serienteil ist wohl das meist erwartete Videospiel aller Zeiten.

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