Größer, schöner, besser – und vor allem sicherer: So bewirbt Donald Trump den neuen Ballsaal am Weißen Haus, für den er eigens den historischen Ostflügel abreißen ließ. Kaum ein Termin oder ein Interview vergeht, in dem der US-Präsident nicht auf die angeblichen Fortschritte bei dem Großprojekt hinweist (mehr hier ). Doch jetzt hakt es bei der Finanzierung.

Eine für die Auslegung der Geschäftsordnung zuständige Mitarbeiterin des Senats ​strich am Samstag die für Sicherheitsmaßnahmen vorgesehenen Mittel aus einem umfangreichen Ausgabenpaket, wie die Demokraten mitteilten. Die Entscheidung erschwert die Bemühungen der Republikaner, ‌Steuergelder für das umstrittene Lieblingsprojekt des Präsidenten zu verwenden.

Trump hat erklärt, der Bau des 400 Millionen Dollar teuren Ballsaals werde von privaten Spendern finanziert. Die Republikaner im Senat streben jedoch eine Milliarde Dollar an Steuergeldern für den Secret Service an, die für die Verbesserung der Sicherheitsvorkehrungen einschließlich des Ballsaals verwendet werden sollen.

Die Mitarbeiterin, eine unabhängige Geschäftsordnungsexpertin, legt die Regeln des ​Senats aus. Trumps Republikaner haben zwar die Mehrheit im Senat, könnten aber gezwungen sein, das Gesetzespaket zu überarbeiten, um es verabschieden ⁠zu können. ⁠Andernfalls könnten sie die Finanzierung für den Ballsaal nicht in das 72 Milliarden Dollar schwere Ausgabenpaket aufnehmen, das hauptsächlich der Durchsetzung der Einwanderungsgesetze gewidmet ist.

Die Republikaner berufen sich auf komplexe Haushaltsregeln, um das Paket ohne ‌die Unterstützung der Demokraten zu verabschieden. Dafür ist eine einfache Mehrheit ausreichend, ​während für die meisten Gesetze ‌60 von 100 Stimmen nötig sind.

Die Demokraten kritisieren den Ballsaal als teure Ablenkung zu einer Zeit, in der die Lebenshaltungskosten für die Amerikaner steigen. Sie nutzen die Unterstützung der Republikaner für das Projekt, um die Partei von Trump im Vorfeld der Kongresswahlen im ‌November als abgehoben darzustellen.

Die Republikaner argumentieren, die Ausgaben seien notwendig, um die Sicherheit des Präsidenten zu gewährleisten. Sie verweisen auf einen Vorfall im April, bei dem ein bewaffneter Mann versuchte, eine ‌Gala in Washington zu stürmen, an der Trump ​teilnahm (mehr dazu hier). Der Ballsaal soll nach Trumps Plänen im ‌September 2028 fertiggestellt werden.

Für das Vorhaben hatte Trump im vergangenen ‌Jahr den Ostflügel des ​Weißen Hauses abreißen lassen, der ursprünglich 1902 errichtet worden war. Eine Denkmalschutzorganisation reichte daraufhin Klage gegen das Projekt ein. Sie argumentierte, weder ​der Präsident noch der für das Gelände zuständige National ⁠Park Service hätten die Befugnis, das historische ​Gebäude ohne ​ausdrückliche Genehmigung des Kongresses abzureißen. Ein US-Berufungsgericht erlaubte im April jedoch die Fortsetzung der Bauarbeiten.

Donald Trump ist schon wieder einem Mordversuch entgangen. Doch auch sein Bombast nach dem Schusswechsel beim Korrespondentendinner kann nicht verschleiern: Die USA durchleben Jahre der Verrohung. Mehr dazu hier .

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