Stand: 01.11.2026 • 12:58 Uhr
Das Fazit der Organisatoren der "Gen Z regelt"-Proteste fällt positiv aus - trotz der vereinzelten Gewalt. Man habe keinen Einfluss darauf, was nach Ende der Demos passiere, sagte ein Sprecher. Der Protest soll bald weitergehen.
Die Initiative "Gen Z regelt" hat ein positives Fazit der bundesweiten Jugendproteste gezogen und will sich auch an den Kundgebungen in drei Wochen beteiligen. "Heute haben hunderttausend Menschen gezeigt, wofür sie auf die Straße gehen", sagte ein Sprecher vom Presseteam der Initiative, der öffentlich nur unter seinem Vornamen Amadeo auftreten will. Kurz vor 20 Uhr sprach er von mehr als 100.000 Teilnehmern, die Zahlen von sechs bis acht Städten würden noch fehlen.
Die von der Kampagne "Gen Z regelt" organisierten Kundgebungen waren in 34 Städten geplant, darunter in Berlin, Frankfurt/Main und München. Die Teilnehmerzahlen blieben allerdings hinter den Erwartungen der Organisatoren zurück, die mit mindestens 182.000 Teilnehmenden gerechnet hatten. Aus vielen Städten berichteten Reporter, die Teilnehmerzahlen hätten etwa bei der Hälfte dessen gelegen, was im Vorfeld angegeben worden war.
Die Initiative "Gen Z regelt" fordert unter anderem mehr Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten, für soziale Gerechtigkeit und mehr Klimaschutz. Die Einführung einer Wehrpflicht lehnt sie ab, ebenso einen Ausbau staatlicher Überwachung.
Der Großteil der Kundgebungen verlief friedlich. In mehreren Städten mischten sich aber offenbar Extremisten gezielt unter die Demonstrationszüge.
"Die Proteste der Gen Z haben sich als sehr friedlich rausgestellt", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei für den Bereich Bundespolizei, Andreas Roßkopf. Nach dem Ende der eigentlichen Veranstaltungen habe sich die Lage jedoch in einigen Städten zugespitzt. Bei den Gruppen, von denen die Gewalt ausgegangen sei, habe es sich um "autonome und zum Teil vermummte Personen" gehandelt, so Roßkopf in der Rheinischen Post.
Am späten Abend und in der Nacht kam es in einigen Städten dann zu Krawallen und Plünderungen, bei denen aber unklar ist, ob sie im Zusammenhang mit den Demonstrationen standen. Besonders heftig fielen sie in Frankfurt am Main und in Köln aus. Eine Kölner Polizeisprecherin sagte, die Vorfälle seien mehr dem Halloween-Geschehen als dem Nachklang der "Gen Z"-Proteste zuzuordnen.
"Gen Z"-Sprecher Amadeo hatte sich schon am frühen Abend von der Gewalt abgegrenzt, zu der es im Kontext einiger Demonstrationen kam. "Was nach dem Ende der Kundgebungen passiert ist, darauf hatten wir keinen Einfluss."
Der Sprecher kündigte eine Fortsetzung des Protests an: "Für uns ist das nur der erste Schritt. Wir wollen uns an den europaweiten Protesten am 20. November beteiligen", sagte Amadeo der Nachrichtenagentur dpa. Für diesen Tag hat ein breites Bündnis zur Teilnahme an einem Internationalen Jugendstreiktag aufgerufen, darunter die Bundesschülerkonferenz, die sich von der Initiative "Gen Z regelt" distanziert hatte - wegen der Intransparenz des Organisationskomitees.
Auf der Webseite von "Gen Z regelt" wurde am Sonntagvormittag kurzzeitig ein weiterer Termin genannt - der 14. November. Inzwischen wurde das konkrete Datum entfernt, nun soll es lediglich "bald" neue Proteste geben.
Die Initiative "Gen Z regelt" versteht sich als unabhängiger, überparteilicher und loser Zusammenschluss junger Menschen, die sich "für unsere Jugend und für unsere Zukunft" stark machen. Zur "Generation Z" - kurz "Gen Z" - werden in etwa die Geburtsjahrgänge von 1997 bis 2010 gerechnet.
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