Stand: 06.11.2026 • 14:49 Uhr
Während weiter Flüge wegen Bombendrohungen umgeleitet werden, trifft es nun auch Medien: In Irland mussten Redaktionsgebäude geräumt werden. Es soll einen Zusammenhang geben. Aber wer steckt dahinter? Das bleibt unklar.
In Irland sind die Büros von Mediengruppen einschließlich des öffentlich-rechtlichen Senders RTÉ nach Bombendrohungen vorübergehend geräumt worden.
Die Drohungen seien als falscher Alarm eingestuft worden, sagte die Moderatorin Claire Byrne vom Radiosender Newstalk, der ebenfalls betroffen war. Newstalk habe den Sendebetrieb um 11.00 Uhr (MEZ) wieder aufgenommen. Die Zeitungsverlagsgruppe Irish Independent berichtete, dass ihre Büros in der Hauptstadt ebenfalls geräumt worden seien.
Der Sender RTÉ hatte einem seiner Hörfunkreporter zufolge kurz vor 10.00 Uhr (MEZ) eine Mail erhalten, in der mit der Explosion einer Bombe innerhalb von 45 Minuten gedroht wurde. Der Reporter äußerte sich, nachdem das Nachrichtenprogramm aus einem Übertragungswagen wieder auf Sendung gegangen war. Das Gelände von RTÉ im Süden Dublins blieb seinen Angaben zufolge geschlossen, während die Polizei es Gebäude für Gebäude durchsuchte.
"Es ist besorgniserregend, und wir nehmen die Drohung ernst", sagte der irische Premierminister Micheál Martin kurz nach dem Ende der mehr als einstündigen Programmunterbrechung bei RTÉ in einem Telefoninterview mit dem Sender.
Der Vorfall zeige, wie vergleichsweise einfach es sein könne, durch solche Aktivitäten das gesellschaftliche Leben zu untergraben. "Wir müssen in dieser Sache ruhig und sehr konzentriert bleiben", sagte Martin.
Vize-Premierminister Simon Harris sagte dem Radiosender Cork 96FM, es sei noch unklar, ob ein Einzeltäter hinter den Drohungen stecke oder ob es sich um eine "koordinierte Aktion" gehandelt habe. Die irischen Sicherheitsbehörden und Cyberexperten nähmen die Lage "sehr ernst" und stünden in Kontakt mit den zuständigen europäischen Stellen.
Ein Moderator von RTÉ Radio One erklärte, seinen Informationen zufolge stamme die E-Mail von denselben Personen, die hinter den falschen Bombendrohungen vom Donnerstag steckten. Diese hatten Dutzende Passagierflüge in ganz Europa gestört.
Auch heute gab es wieder Vorfälle. In Prag beschäftigten Bombendrohungen gegen Passagierflüge die Sicherheitskräfte. Betroffen sei eine größere Zahl an Flugzeugen, teilte die Polizei bei X mit. Man habe die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Sie hätten "minimale Auswirkungen" auf den normalen Betrieb des internationalen Flughafens der tschechischen Hauptstadt. Später teilte die Polizei mit, dass die Sprengstoff-Kontrollen negativ ausgefallen seien.
Betroffen waren auch zwei Flüge in die bulgarische Hauptstadt Sofia aus London und Brüssel sowie ein Flug von Lissabon nach Rom. Vier Flüge landeten wegen Bombendrohungen außerplanmäßig in Frankreich. Die Maschinen würden überprüft, teilte die französische Regierung mit.
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