Josh Brolin ist einer der Schauspieler, bei dem man gar nicht weiß, welchen seiner Filme man zuerst empfehlen soll. No Country for Old Men? Sicario? Oder True Grit? Vielleicht aber auch Inherent Vice oder seine allererste Rolle in Die Goonies? Mit anderen Worten: Wenn Brolin im Cast steht, kann man definitiv einen Blick riskieren.
Selbst aus dem riesigen Ensemble der Dune-Filme sticht er mühelos heraus. Mit Whalefall ist nun der nächste Film gestartet, in dem sich Brolin als famoser Nebendarsteller und Szenendieb beweisen kann. Konkret spielt er den strengen Vater der Hauptfigur, die sich bei einem Tauchgang plötzlich im Schlund eines Wals wiederfindet.
Whalefall erzählt eine berührende Vater-Sohn-Geschichte im Gewand eines Survival-Thrillers, der zu großen Teilen im Inneren des Wals spielt. Im Interview verrät Brolin, was ihn an dem Projekt fasziniert hat, und gesteht, dass er sich manchmal an Filmsets langweilt. Co-Star Austin Abrams würde das vermutlich niemals passieren.
Moviepilot: Du hast zuletzt sehr viel Zeit in der Wüste von Arrakis verbracht. Wie war es für dich, in dieses maritime Setting einzutauchen?
Josh Brolin: Es war großartig. Ich mag Geschichten mit maritimem Hintergrund und bin gerne am Meer, um mehr über das Leben im Ozean zu lernen. Außerdem liebe ich diese Art von Geschichte: diese Vater-Sohn-Beziehung und die Frage, wie man sich aus den Grenzen der eigenen Kindheit und seines kindlichen Ichs befreit.
Wann wird man eigentlich erwachsen? Wie schafft man es, wirklich reif zu werden? Wann wird man zum Mann? Ich finde all diese Fragen unglaublich interessant. Es hat Spaß gemacht, das zu erkunden, was [Vorlagenautor und Co-Drehbuchautor] Daniel [Kraus] geschaffen hat. Ich fand den Film zu keinem Zeitpunkt langweilig.
Hat dich ein Film, in dem du mitgespielt hast, schon mal gelangweilt?
Manchmal dreht man tatsächlich einen Film und muss sich nach der Hälfte eingestehen: "Okay, das hatte ich mir ganz anders vorgestellt. Irgendwie ist das alles langweilig." In solchen Fällen muss ich mir dann selbst ein paar Dinge einfallen lassen, damit es für mich interessant bleibt. Das ist bei diesem Film zu keiner Sekunde passiert. Im Gegenteil: Er wurde mit der Zeit sogar immer interessanter.
Eine Vater-Sohn-Geschichte und ein Wal – da kommen mir als erstes Pinocchio und Geppetto in den Sinn. Hattet ihr darüber gesprochen, eine ähnliche Szene in den Film einzubauen, in der sich eure Figuren im Magen des Wals begegnen?
Wir haben oft über verschiedene Szenen gesprochen. [Regisseur] Brian [Duffield] und Daniel waren immer offen für Vorschläge und so konnten wir einige Ideen einbringen. Dazu gehörte auch eine komplett choreografierte Tanzsequenz, die wir einstudiert haben. Leider hat sie es nicht in den Film geschafft. Trotzdem probten wir zwischen den Takes die Schritte – und es hat wirklich eine Weile gedauert, bis wir sie drauf hatten. Ich hatte seit der Highschool kein Ballett mehr und war etwas unbeholfen. Außerdem habe ich ziemlich kurze Beine, was das Ganze sehr komisch aussehen ließ.
Habt ihr die Tanzsequenz nur geprobt oder tatsächlich auch gefilmt?
Wir haben es versucht, aber schlussendlich nur mit dem iPhone gefilmt. Die Sequenz war wirklich gut, aber am Ende hat sie einfach nicht in den Film gepasst.
Das klingt trotzdem großartig. Zu welchem Musiktück habt ihr getanzt?
Es war zu Turandot, also der Oper.
Whalefall läuft seit dem 15. Oktober 2026 in den deutschen Kinos.
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