Mit dem Brexit begann für die Wirtschaft eine schwere Zeit im Handel mit Großbritannien. Als massives Beschwernis erwies sich das Ende der offenen Grenzen. Jetzt sendet Premier Andy Burnham überraschende Signale.

25.10.2026, 07.50 Uhr

Passkontrolle am Flughafen Heathrow

Der britische Premierminister Andy ​Burnham hat sich einem Bericht ‌der Zeitung »Sunday Times« zufolge offen für eine Wiedereinführung der EU-Freizügigkeit gezeigt. In einem ​Interview mit der Zeitung sagte ⁠Burnham, ⁠die Art der Einwanderung nach Großbritannien habe sich seit dem ‌Brexit »geändert«. Mehr ​Ausländer zögen ‌dauerhaft ins Land, anstatt in ihre Heimatländer zurückzukehren. Man müsse darüber eine ‌sehr sachliche Debatte führen, zitierte ihn die Zeitung. ‌Eine ​Wiedereinführung ‌der Freizügigkeit sei ‌für Gespräche keine »rote Linie«.

Die Botschaft klingt auch für deutsche Unternehmen verheißungsvoll, die sich auch zehn Jahre nach dem Brexit-Referendum mit den umständlichen Formalitäten beim Grenzübertritt schwertun. Wie eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und der britischen Handelskammer in Deutschland (BCCG) gergab, wünschen sich 71 Prozent der Unternehmen von der britischen Regierung bessere Handelsbeziehungen, 73 Prozent von der Bundesregierung weniger Bürokratie. 53 Prozent der Firmen wünschen sich vor allem mehr Mobilität für Geschäftsreisende und Beschäftigte, 49 Prozent effizientere Zoll- und Grenzverfahren.

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Der Warenhandel liegt trotz guter Geschäfte deutlich unter dem Niveau vor dem Brexit. Zwischen 2015 und 2025 sank das Handelsvolumen trotz zum Teil kräftig gestiegener Preise um sieben Prozent auf 118,4 Milliarden Euro im Jahr. Gleichzeitig planen 61 Prozent der befragten Unternehmen im laufenden Jahr keine Investitionen im Vereinigten Königreich. Als großes Investitionshemmnis wird die politische Unsicherheit dort genannt (35 Prozent).

Der britische Premierminister Andy Burnham hatte zuletzt mehrfach deutlich gemacht, dass es dem Vereinigten Königreich durch den Brexit schlechter gehe als vor dem EU-Austritt. Am 20. November ist in Brüssel das nächste Gipfeltreffen der britischen Regierung mit der EU geplant. Erwartet werden weitere Schritte zur Annäherung.

mik/Reuters/dpa

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