Seit zehn Jahren setzt Apple bei der Produktion von iPhone-Prozessoren nur noch auf den Lieferanten TSMC aus Taiwan. Zwar versucht der derzeit, auch in den USA eine Produktion einzurichten, doch Apple wünscht sich mehr Diversifizierung – auch aus politischen Gründen. Ein zweiter Partner ist nun angeblich gefunden: Es soll der alte Mac-Prozessoren-Lieferant Intel sein. Die Kooperation wurde zwar bislang nicht offiziell bestätigt, es gibt jedoch glaubhafte Berichte von Bloomberg und Wall Street Journal. Nun kommentiert auch ein bekannter Analyst das Geschehen: Ming-Chi Kuo von TF International Securities aus Taiwan will vernommen haben, dass Intel mittlerweile eine kleine Probeproduktion für verschiedene Apple-Chips gestartet hat. Er gilt in Apples Lieferkette als hervorragend vernetzt.
In einem ersten Schritt machte es Apple Intel dabei angeblich eher einfach: Die Herstellung von Legacy- beziehungsweise Low-End-Apple-Silicon-Chips ist demnach der Beginn. Intel verwende dafür eine verfeinerte Version seines aktuellen Fertigungsprozesses 18A, 18A-P genannt. Interessant: Es soll sich nicht nur um iPhone-Prozessoren handeln, sondern auch um solche für iPad und Mac. Das „Small-Scale Testing“ (Kuo) beginne jetzt, geplant sind 80 Prozent iPhone-Chips, der Rest iPad und Mac, was dem aktuellen Verhältnis bei den Verkaufszahlen entspricht. Nach den Tests in diesem Jahr soll die Produktion 2027 hochfahren und 2028 weiter ausgebaut werden. 2029 könnte Apple die Herstellung dann gegebenenfalls wieder verringern.
Welche konkreten Apple-Silicon-Chips Intel zuerst herstellen wird, gibt Kuo nicht an. Apple sei aber zusätzlich dabei, auch neuere kommende Intel-Prozesse zu testen. Der Umfang der ersten Bestellung ist bislang unklar. Yield-Ziele, also wie viele der produzierten Chips tatsächlich lauffähig sind, soll Intel bei 50 bis 60 Prozent (oder höher) festgelegt haben. TSMC soll jedoch mit weitem Abstand größter Lieferant bleiben, Kuo spekuliert über 90 Prozent des Gesamtbedarfs.
Pikant: Laut Kuo sieht Intel die Zusammenarbeit mit Apple intern derzeit noch mit gemischten Gefühlen. Die Börse hatte die Berichte für den einstigen Chip-König des x86-Zeitalters jedoch positiv goutiert. Kuo wiederholte die Information, dass Apple schon seit Längerem mit Intel verhandelt – angeblich deutlich vor den aktuellen Lieferproblemen bei TSMC, die die große Nachfrage nach lukrativen KI-Chips ausgelöst hat.
Apple plane, Intel langfristig als wichtigen Lieferanten zu etablieren. Es werde aber Jahre dauern, bis dort die Bestellungen für fortschrittliche Chips landen, so Kuo weiter. Zudem gilt Apple als sehr herausfordernder Kunde mit hohen Ansprüchen. TSMC bleibt laut Kuo zumindest in den kommenden Jahren klar die Nummer eins für Apple Silicon.
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(bsc)
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