Durch den Drohnen-Angriff am späten Freitagabend im Bezirk Butscha in der Nähe von Kyjiw sei eine Explosion ​ausgelöst worden, die erhebliche Schäden verursacht habe. Das betreffe nicht nur das Lagerhaus, sondern auch umliegende Wohnhäuser und ein Pflegeheim, teilte Präsident ​Wolodymyr ‌Selenskyj auf der Online-Plattform X mit.

Er wies mit Nachdruck darauf hin, dass ‌Munition nicht in der Nähe von Wohngebieten ‌gelagert ​werden dürfe. "Wer dies zugelassen hat, muss für seine Entscheidungen zur Rechenschaft gezogen werden." Strafverfahren wegen des Verdachts ​auf Fahrlässigkeit im Amt seien eingeleitet worden. Mehr als 300 Rettungskräfte waren im Einsatz, um Evakuierungen vorzunehmen. Präsident Selenskyj zufolge wurden fast 400 Menschen in Sicherheit gebracht.

Parallel zu den russischen Angriffen griff die Ukraine Ziele in Russland an. Im südwestrussischen Grenzgebiet Belgorod kamen nach Angaben der dortigen Behörden bei ukrainischen Angriffen drei Menschen ums Leben. Weitere 14 seien verletzt worden, teilte der kommissarische Gouverneur der Region, Alexander Schuwajew, bei Telegram mit.

Das ukrainische Militär habe unter anderem Drohnen, Raketenwerfer und Artillerie eingesetzt. Zudem wurde bei ukrainischen Drohnenangriffen auf der von Russland bereits 2014 annektierten ukrainischen Halbinsel Krim nach Behördenangaben mindestens ein Mensch getötet.

Das russische Verteidigungsministerium spricht allerdings auch von militärischen Erfolgen. So hätten russische Truppen das Dorf Khrapivshchyna in der ukrainischen Region Sumy sowie die Dörfer Novoandriivka und Rubizhne in der Region Donezk eingenommen.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren mit westlicher Unterstützung gegen die russische Invasion. Zuletzt stiegen die zivilen Opferzahlen bei den gegenseitigen russisch-ukrainischen Angriffen.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) wies unterdessen darauf hin, dass die Stromversorgung des von Russland besetzten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja(ZNPP) weiter sehr gefährdet ist. Das AKW sei nun seit mehr als einer Woche ohne Strom von außen und auf Notfall-Dieselgeneratoren angewiesen, teilte IAEA-Chef Rafael Grossi mit. Vorübergehend habe der Diesel-Vorrat nur noch für zehn Tage gereicht, bevor nun aber mehrere Dutzend Tonnen Diesel geliefert worden seien, hieß es.

Das Kernkraftwerk Saporischschja ist mit sechs Reaktoren das größte Atomkraftwerk Europas. Bereits kurz nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs geriet es unter russische Kontrolle und wurde seitdem mehrfach beschossen. Die Reaktoren sind abgeschaltet, diese müssen aber weiterhin gekühlt werden.

haz/as (dpa, afp, rtr, ap)

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