Stand: 08.10.2026 • 15:02 Uhr

Bei russischen Angriffen auf zwei Busse in der Ostukraine sind mindestens 30 Menschen getötet worden, weitere 18 wurden verletzt. Nach Angriffen auf Kiew und andere Städte musste der Strom dort abgeschaltet werden.

Bei einem russischen Angriff auf zwei Busse in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk sind mindestens 30 Menschen getötet worden, wie die Nationalpolizei und die örtliche Staatsanwaltschaft auf Telegram mitteilten. Weitere 18 Menschen seien nach bisherigen Erkenntnissen verletzt worden. Die Zahl der Opfer könne noch steigen.

Militärgouverneur Wadym Filaschkin veröffentlichte in seinem Telegram-Kanal Fotos von einem ausgebrannten Bus. "Das sind Menschen, die von der russischen Armee getötet wurden", sagte er. "Dafür gibt es keine Rechtfertigung und kann es auch keine geben."

Filaschkin rief die noch im Gebiet Donezk verbliebenen Menschen dazu auf, in sicherere Regionen der Ukraine zu fliehen. Trotz der Evakuierungsappelle wollen noch immer viele Bewohnerinnen und Bewohner, ihr Hab und Gut nicht zurückzulassen.

Angesichts der "drastischen Verschlechterung der Sicherheitslage" wies er die städtischen Militärverwaltungen von Kramatorsk und Slowjansk an, den öffentlichen Nahverkehr einzustellen. Kramatorsk ist neben Slowjansk die letzte von der Ukraine kontrollierte Großstadt in der östlichen Region Donezk. Die Stadt, in der vor Beginn des russischen Angriffskriegs 150.000 Menschen lebten, ist für die Logistik der ukrainischen Streitkräfte an der Front von großer Bedeutung.

Nach russischem Beschuss sei in der Hauptstadt Kiew und in einigen Landkreisen im Umland der Strom notfallmäßig abgeschaltet worden, teilte Vize-Energieminister Artem Nekrassow auf Telegram mit. Anlagen seien beschädigt, es gebe Spannungsabfälle im Netz. Für die Millionenstadt bedeutete dies, dass in einigen Teilen auch die Pumpen der Wasserversorgung ausfielen.

Auch in den frontnahen Gebieten Sumy, Charkiw, Donezk und Saporischschja brach nach russischen Angriffen die Stromversorgung zusammen. Soweit die Sicherheitslage es zulasse, werde an der Wiederherstellung gearbeitet, sagte Nekrassow.

Bereits am Mittwoch hatte es schwere russische Angriffe mit vielen Toten gegeben. Nach einem Raketeneinschlag in einem Gebäude in der nordukrainischen Stadt Pryluky ist die Zahl der Todesopfer auf 22 gestiegen. Das teilte der ukrainische Zivilschutz heute mit.

Unter den Toten seien fünf Kinder. Bei dem Angriff in der Region Tschernihiw wurden demnach am Mittwoch 54 weitere Menschen verletzt, darunter sieben Kinder.

Bei Luftangriffen auf Kiew am Mittwochabend waren zwei Menschen getötet worden, wie der Zivilschutz mitteilte. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf ukrainische Angaben, dass am Mittwoch insgesamt 32 Menschen bei russischen Angriffen auf die Ukraine getötet wurden.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben der Konfliktparteien oder von Beobachtern zum Kriegsgeschehen können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Die Ukraine hat im Abwehrkampf gegen Moskaus Invasion ein Rechenzentrum des größten russischen Internetkonzerns Yandex getroffen. Der Angriff löste ein Feuer in dem Gebäude in der Region Rjasan aus, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Teile der Infrastruktur seien betroffen. Die Arbeit dort sei eingestellt worden. Es gebe keine Verletzten; die Lage sei unter Kontrolle.

Yandex bietet mit YandexGPT eines der führenden russischen Modelle für Künstliche Intelligenz (KI) an. Das Unternehmen arbeite an der Beseitigung der Folgen und der Wiederherstellung der betroffenen Dienste. Die Kerndienste für Verbraucher seien jedoch nicht betroffen.

In der russischen Stadt Salawat in der Region Baschkortostan brach zudem nach dem Absturz von Drohnenteilen ein Feuer auf einem Industriegelände aus, wie örtliche Behörden mitteilten. Es habe keine Verletzten gegeben. Der Betrieb des Unternehmens laufe weiter.

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