Stand: 30.10.2026 • 11:29 Uhr
Die Bewohner der von Russland besetzten ukrainischen Frontstadt Oleschky können jetzt mit Hilfe rechnen. Die Route ist von Minen geräumt, die Versorgung mit Hilfslieferungen hat begonnen. Die Waffenruhe gilt noch bis Sonntag.
Die von der US-amerikanischen First Lady Melania Trump vermittelte humanitäre Hilfsaktion für die russisch besetzte ukrainische Frontstadt Oleschky ist angelaufen.
"Die Evakuierung und die Verteilung humanitärer Hilfe haben begonnen", teilte der Fraktionschef der Partei des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, David Arachamija, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die von den USA vermittelte sechstägige lokale Waffenruhe halte, fügte er hinzu. Über weitere Einzelheiten solle bald informiert werden. Die russische Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa veröffentlichte ein Video, das Gruppen von Menschen zeigt, die auf Busse warten.
Jana Lantratowa und Dmytro Lubinez beteiligten sich als Menschenrechtsbeauftragte Russlands und der Ukraine an den Gesprächen über humanitäre Hilfe.
Zuvor hatten Lantratowa und ihr ukrainischer Amtskollegen Dmytro Lubinez den Beginn der Aktion angekündigt: "Die Entminung der Routen für die humanitäre Mission in Oleschky wurde abgeschlossen." Lantratowa und Lubinez waren - gemeinsam mit der US-Seite - maßgeblich an den Gesprächen beteiligt, die darauf abzielten, humanitäre Hilfe in die notleidende Stadt zu bringen. "Der humanitäre Konvoi ist zur Abfahrt bereit", hieß es in Mitteilungen der beiden Menschenrechtsbeauftragten.
Wie aus Bildmaterial des russischen Staatssenders Vesti hervorgeht, waren Lubinez und Lantratowa in Oleschky zu einem kurzen Gespräch zusammengetroffen. Nach Angaben Lantratowas starben bei der Minenräumung zwei Menschen. Sie bekräftigte, die russische und die ukrainische Seite würden ihre Verpflichtungen vollumfänglich einhalten.
In die Frontstadt sollen nach Auskunft Lantratowas Dutzende Tonnen Hilfsgüter gebracht werden - vor allem Lebensmittel wie Mehl, Getreide, Zucker, Speiseöl, Fleisch- und Fischkonserven. Auch Hygienemittel und Treibstoff für Notstromgeräte würden geliefert. Das zentrale Krankenhaus erhalte zudem Medikamente wie Antibiotika und Insulin.
Ein Teil der Güter wurde den Angaben nach vom Team der russischen Menschenrechtsbeauftragten zusammengestellt, ein anderer vom Russischen Roten Kreuz. Die Ausgabe werde gemeinsam mit Lubinez erfolgen, hieß es.
Zudem soll es Bewohnern ermöglicht werden, die Stadt zu verlassen. Nach Angaben des Internetportals Ukrajinska Prawda haben sich mehrere Hundert Menschen aus Oleschky in eine Evakuierungsliste eingetragen. Mehr als 20 Busse stünden bereit. Demnach sind in der Frontstadt etwa 1.500 von ehemals rund 24.000 Bewohnern verblieben.
Von Dienstag bis einschließlich Sonntag gilt eine örtlich begrenzte Waffenruhe für Oleschky und Umgebung, von der auch die am gegenüberliegenden Ufer des Flusses Dnipro liegende Gebietshauptstadt Cherson profitiert. So sollen ansonsten durch Drohnenangriffe und Minen verhinderte Transporte in und aus der Stadt ermöglicht werden.
Auch Melania Trump hatte zuvor unter Verweis auf den ukrainischen Menschenrechtsbeauftragten Lubinez die Räumung der Minen bestätigt. "Alle gemeinsam von der Ukraine und Russland festgelegten Routen wurden für eine sichere Passage freigegeben", schrieb sie auf der Plattform X.
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