Stand: 01.11.2026 • 16:36 Uhr
Eine überhaupt nicht unterhaltsame Partie schien so auszugehen, wie es das Spiel verdient hatte - doch dann sorgte Aaron Keller in der 87. Minute doch noch dafür, dass Greuther Fürth gegen Holstein Kiel über 1:0 (0:0)-Sieg in der 2. Bundesliga jubeln durfte.
Die drei Punkte, für die der 21 Minuten zuvor eingewechselte Offensivspieler gesorgt hat, entschärfte die Not in Fürth deutlich, plötzlich sind die zuletzt sehr wackeligen Franken in der ersten Tabellenhälfte positioniert. Derweil ist das kurze Zwischenhoch von Kiel beendet, als 17. bleibt der ehemalige Bundesligist unter dem Strich.
Kiels Trainer Tim Walter erklärte am ARD-Mikrofon: "Dumm. Das Spiel darfst du nicht mehr verlieren. Aber so ist Fußball. Es ist halt fehlerbehaftet, und wir nutzen unsere Chancen nicht und der Gegner nutzt sie dann und so kommt das Ergebnis zustande."
Fürths Trainer Heiko Vogel sagte: "Der Plan ist aufgegangen. Wir haben gewusst, dass die Kieler 120 Minuten in den Knochen haben vom Mittwoch. Und dass wir, wenn wir geduldig bleiben und wenn wir bei uns bleiben bis zum Schluss, wir auch in den letzten Minuten die Chancen kriegen, die wir dann nutzen müssen. Und das haben wir dann auch gemacht."
Wenn der 15. auf den 17. trifft, sind die Erwartungen grundsätzlich nicht allzu hoch - doch Fürth und Kiel haben diese sogar in der ersten Halbzeit unterboten. Es passierte so gut wie nichts, die Statistik wies zwar vier Schussversuche für die Gäste und drei für die Gastgeber auf, gefährlich wurde es aber nie. Wo Abstiegskampf aufgrund der Konstellation draufstand, steckte auch unheimlich viel Abstiegskampf drin. Fußballerische Klasse war Fehlanzeige.
Dabei hatte Kiel durchaus die Möglichkeit gehabt, eine große Portion Selbstvertrauen an den Tag zu legen. Im DFB-Pokal war der Mannschaft von Trainer Tim Walter die Überraschung gegen die TSG Hoffenheim (4:3 im Elfmeterschießen) gelungen, davor hatte es gegen Dynamo Dresden (3:0) einen klaren Erfolg gegeben. Während die Kieler also eine Mini-Serie gestartet hatten, war Fürth die Verunsicherung nach dem 0:3 beim VfL Osnabrück anzumerken. Daraus machten die Gäste aber zunächst nichts.
Und Fürth schien das nutzen zu wollen, die Mannschaft von Trainer Heiko Vogel kam deutlich mutiger aus der Kabine und spielte plötzlich auch Fußball. Nach einer feinen Kombination probierte es Felix Klaus aus 20 Metern, der Ball ging aber knapp drüber (50.). Kurz darauf gab es wieder eine Überzahlsituation, in der Klaus den Überblick verlor und nicht querspielte, sondern wieder selbst abschloss und nicht am letzten Kieler Verteidiger vorbeikam (52.).
Dann konterte Kiel plötzlich, Adrian Kapralik wurde freigespielt und schloss auch stark ab, doch die Parade von Florian Hellstern war sogar noch ein bisschen besser (53.). In der nächsten brenzligen Situation brachte sich der Fürther Keeper aber selbst in Not, als er Phil Harres bei einem weiten Ball abschoss - er hatte aber das Glück, dass der Abpraller nicht genug fahrt hatte und Hellstern so noch halten konnte (64.).
Das machte der 19-Jährige auch wenig später mit einem ganz starken Reflex, als Harres frei vor ihm auftauchte (66.). In der Folge gab es wieder viel Leerlauf und es deutete sich ein torloses Unentschieden an - doch am Ende jubelte doch noch Fürth aus dem Nichts. Keller erfüllte seinen Joker-Job perfekt und traf zum Sieg der Gastgeber, als er über die linke Seite durchbrach und Timon Weiner aus spitzem Winkel bezwang (87.).
Und dieser Moment hatte einen ungeheuren tabellarischen Effekt, denn durch diesen Treffer sprangen die Fürther in die erste Tabellenhälfte und sind nun Neunter. Am kommenden Freitag sind die Franken beim neuen Schlusslicht Dynamo Dresden (18.30 Uhr) zu Gast. Kiel, jetzt Vorletzter, muss am Samstag gegen Arminia Bielefeld (13 Uhr) punkten.
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